Tongariro Crossing

Km 1168.5 Distanz: 42.4 Km gewandert, Dauer: 11 Stunden 33 Minuten. Höhen Anstieg: 1845 m, Abstieg 2202 m

Mit dem Auto sind wir also nach Whakapapa zurück ge flip-floppt, wie man das in der Hiker-Sprache nennt.

Es war eine sehr kalte Nacht. Ich musste zum ersten mal meinen Quilt an der Isomatte befestigen um Kältebrücken zu verhindern und sogar die Halskrause zuziehen, damit meine Schultern und Arme gedeckt blieben. Wie bereits gesagt waren wir immerhin auf 1140 Metern Höhe.
Aber ich habe sehr gut geschlafen und fühlte mich sehr gut ausgeschlafen.
Das beste war: keine Kondensation! Alles trocken!

Start unserer 2 tägigen Tour kurz vor 7 Uhr morgens. Der Rucksack ist leichter als gewöhnlich, denn wir haben nur das nötigste und Essen für knapp 2 Tage eingepackt.

Und ich komme Mount Tongariro immer näher

Dieses Moos erinnerte mich ein wenig an das Dovrefjell in Norwegen

Blick zurück zum Mount Ruapehu

Laut offiziellen Angaben hat man 5 Stunden 30 Minuten bis zur Waihohonu Hütte, wo wir auch für heute Nacht einen Campingplatz reserviert hatten, weil die Hütte selber bereits ausgebucht ist.
Wir sind aber bereits kurz vor 11:00 Uhr bei der Hütte angekommen.

Die Hüttenwartin war ganz erstaunt, dass wir bereits hier waren.
Weil für morgen, spätestens ab 13:00 Uhr schlechteres Wetter mit viel Wind und Regen angesagt war, meinte sie, wir sollten bereits heute unsere Wanderung fortsetzen.
Wir wussten, das morgen das Wetter schlechter werden würde. Wir planten aber, ab Mittag bereits wieder auf dem Abstieg zu sein und nicht mehr den heftigen Winden wie auf dem Berg ausgesetzt zu sein.
Da wir nun aber wirklich sehr früh dran waren und uns noch viel Zeit blieb bis zum Einnachten, setzten wir unsere Wanderung fort.

Tja – wir kommen „Mordor“ immer näher

Und es stinkt nach faulen Eiern von den Schwefelhaltigen Dämpfen, die aus dem Boden austreten

Ja und dann waren wir endlich oben angekommen. Zuerst bei den Emerald Lakes…

… und dann gingen wir noch weiter hoch zur Tongariro Crossing um alle drei Seen inklusive Blulake auf einmal sehen zu können

Dort ging es hoch!

Blick in den „Roten Krater“

Nun ist es Zeit für eine Video Zusammenfassung

Die Zeit war schon sehr fortgeschritten und wir mussten uns auf den Weg machen um noch rechtzeitig im Holiday Park anzukommen.
Eigentlich sollte man dort vor 18:00 Uhr einchecken, denn ab dann ist das Office geschlossen. Doch wir hatten oben auf dem Berg Empfang und meldeten im Holiday Park unsere verspätete Ankunft. Da uns der Besitzer des Parks bereits kannte, war es kein Problem ausnahmsweise später anzukommen.
Später erzählte uns der Besitzer, er habe um 18:30 ein Telefon von einem Campervan erhalten, sie hätten sich verspätet. Denen habe er gesagt sie könnten nicht mehr einchecken. Denn die hätten die Wahl gehabt früher loszufahren. Wir Hiker hätten keine Wahl gehabt, weil wir durch die Wetterprognose gezwungen worden sind, länger zu laufen. Darum sei es kein Problem später zu kommen.

Doch vorerst waren wir noch oben auf dem Berg.
Ein letzter Blick zurück

Der Wind wurde immer stärker. Ich musste meine Mütze manchmal festhalten, damit diese mir nicht vom Kopf geweht wurde.

Es waren dann beinahe 9 Kilometer, die es runter ging. Ganz schön anstrengend so lange nach unten zu laufen. Am Schluss über endlos viele Treppen. Das geht in die Knie! Und das nach einem so langen Tag!

Auf halber Strecke hinunter trafen wir auf ein Pärchen, das in Sportbekleidung und ohne Rucksäcke auf dem Weg nach oben war. Ich sprach sie an, weil mir klar war, dass diese früher oder später wieder hinunter zum Car Park mussten, in der Hoffnung vielleicht schon jetzt einen Hitch ergattern zu können. Sie waren aus Belgien, sprachen Französisch und auf Weltreise. Ich sprach dann auch auf französisch mit Ihnen.
Wie sich herausstellte, verhalf uns dies dann später wirklich den erhofften Hitch!
Manchmal muss man seinem Glück halt ein bisschen auf die Sprünge helfen!

Es war zwar sehr eng in Ihrem Camper Kombi und sie mussten ihre Matratze zusammenfalten, damit wir drei Personen und drei Rucksäcke hinten laden konnten, doch es war ja nur für 6 Kilometer.

Erleichtert, dass wir die letzten Kilometer nicht mehr laufen mussten kamen wir kurz vor 20:00 Uhr im Holiday Park an.
Jedenfalls Svenja, Niklas und ich. Denn ich habe es noch gar nicht erwähnt, dass Boden sich verlaufen hatte und Eteri darum in der Hütte auf Boden gewartet hatte. Dadurch waren die beiden ca 10 Kilometer oder gute 2 Stunden hinter uns unterwegs.

Auch die beiden hatten Glück und bekamen eine Mitfahrgelegenheit zum Holiday Park, wo sie dann noch vor 22:00 Uhr ankamen. Sie haben sich wirklich beeilt und Zeit aufgeholt!