Bluff Freedom Farm

Km 3048 Distanz: 26.75 Km gewandert, Dauer: 5 Stunden 29 Minuten.

Schönes, sonniges Wetter ist voraus gesagt. Es geht weiter auf dem Trail. Ich habe nur gerade Essen für 2 Tage dabei. Da ich heute nur knapp 10 Kilometer laufen werde (dachte ich), wollte ich zuerst nur gerade 1 Liter Wasser mitnehmen, entschied mich dann aber trotzdem für 1.5 Liter. Zum Glück!

Der Trail führt fast neben meinem Hotel durch. Ich muss nicht ganz zwei Kilometer laufen, bis ich wieder auf dem Trail bin.

Dann endlich bin ich wieder auf dem Trail.

Der Weg führte entlang der Deiche am Ufer der New River Mündung ins Meer.

Doch plötzlich bin ich mit dieser Situation konfrontiert:

Kein Weiterkommen? Warum ist der Weg gesperrt? Sind etwa die noch zu überquerenden Brücken nicht mehr intakt? Was nun?

Plötzlich fahren aus dem gesperrten Weg zwei Radler auf mich zu. Ich kann einen der Fahrer stoppen und frage ihn, ob der Weg denn begehbar sei oder warum er gesperrt sei?
Oh – der Weg sei nur ein kurzes Stück gesperrt wegen Baum/Wald Arbeiten. Doch heute Sonntag werde nicht gearbeitet und ich könne gefahrlos weiter gehen.
Ich war erleichtert.

Heute musste ich mich auch nicht um die zu erklimmenden Höhenmeter kümmern, denn es wird praktisch keine geben.
Hier ein kleiner Eindruck vom Weg:

Ich war guten Mutes bald am Ziel zu sein, denn gemäss meiner Uhr hatte ich schon fast 10 Kilometer geschafft.
Doch weit und breit keine Freedom Farm in Sicht.

Alternativ hätte ich auch wieder zurück nach Invercargill gehen können, dann wären es heute aber trotzdem die doppelte Strecke gewesen. Nein, das wollte ich nicht. Der Weg führt ja an einer Hauptstrasse entlang. Zur Not könnte ich immer noch den Daumen rausstrecken und bis zur Freedom Farm hitchen.

Im Te Araroa WhatsApp Chat und in diversen YouTube Videos wird immer wieder gesagt, wie langweilig und gefährlich die Strecke entlang der Hauptstrasse von Invercargill nach Bluff sei. Nun, ich bin anderer Meinung. Ja, der Weg führt nun mal mehr oder auch mal weniger entlang der Hauptstrasse. Gefährlich ist es aber meiner Meinung nach nicht. Es ist überall ein separater Weg, der auch als Radweg genutzt wird.

Und fast überall immer komplett getrennt von der Autostrasse

Ich war schon 20 Kilometer gewandert und es war heiss. Ich sehnte mich nach kühlem Wasser, hatte aber noch genug Wasser bei mir bis Freedom. Ich war eigentlich schon so weit, dass ich einen Hitch per Auto für die letzten 7 Kilometer angenommen hätte. Doch noch nicht soweit, dass ich mich an den Strassenrand gestellt, und den Daumen raus gestreckt hätte.

Plötzlich hielt am Strassenrand ein Auto neben mir an. Eine Frau stieg aus, lief zur Rückseite ihres Autos öffnete den Kofferraum und begann darin herum zu wühlen. Ich lief auf sie zu, weil ich dachte, sie mache Platz für meinen Rucksack.
Sie drehte sich zu mir um und streckte mir einen Schockoriegel zu, den sie offenbar im Kofferraum gesucht und gefunden hatte. Dabei begann sie gleich zu reden: „Hier, den wirst du noch brauchen. Es ist noch ein langer Weg bis Bluff!“.
Ich nahm den Riegel entgegen und noch bevor ich etwas sagen konnte kehrte die Frau um, lief zum Auto, stieg ein und fuhr los.
Ich nahm dies als Zeichen, dass ich auf der zweitletzten Etappe nicht hitchen sollte sondern schön brav alles zu gehen habe. Nun denn…

Endlich war sie in Sicht, die Freedom Farm.

Sie lag tatsächlich am Te Araroa Weg, genau genommen vielleicht 100 Meter davon entfernt. Und man konnte sie tatsächlich leicht an den wehenden Länder Flaggen erkennen. Wer sie sucht, wird sie finden.

Jasper stellt seine Freedom Farm auf seiner Facebook Seite vor:

„Hallo zusammen! Willkommen auf der Seite von TA 3049 / Bluff Freedom Farm. Wir kümmern uns besonders um alle, die den Wanderweg nutzen, an dem wir uns befinden (6 Nichol Road, Ocean Beach). Das bedeutet, dass das Tor für Wanderer und Radfahrer von Te Araroa und Tour Aotearoa immer offen ist (KEINE VORANMELDUNG ERFORDERLICH, IMMER PLÄTZE VERFÜGBAR!).

Wir haben unsere vordere Koppel mit Blick auf die wunderschöne Awarua Bay geöffnet. Hier könnt ihr grillen, angeln, Kajak fahren, feiern, entspannen und einfach machen, worauf ihr Lust habt. Ihr könnt uns nicht verfehlen – haltet nach den Flaggen und Schildern Ausschau. Wir arbeiten ausschließlich auf Spendenbasis, es gibt also keine festen Gebühren und keine Zahlungserwartung. Wir stellen Fahrräder und Kajaks zur Verfügung, außerdem eine Baumplattform und drei gemütliche Hütten für die kalten Nächte im Süden. Ihr könnt auch gerne unser Waschhaus mit Toilette und Dusche benutzen.“

Ich hatte es also geschafft. Nicht doppelt so viel, nein gleich das dreifache an Distanz habe ich heute zurück gelegt. Ich hätte halt vorher besser recherchieren sollen!

Das ist für heute und morgen Nacht meine Hütte, denn ich hatte geplant nach der morgigen letzten Etappe nochmals hier zu übernachten.

Und hier irgendwo habe ich mich auch verewigt. Das muss man!

Ja und dann war da noch die Sache mit der neuen Bad- Kabine mit einer Dusche und einem WC
Ich war der erste, der diese benutzen durfte.

Und um dafür Werbung zu machen entstand dieses Bild

Es gilt halt immer noch: Sex sells! 🤣