Christchurch

Für mich ist es das zweite mal, dass ich in Christchurch bin. Das erste mal war war ich im Februar 2015 hier, also vor fast 11 Jahren.

Viele denken beim Stichwort Christchurch sofort an das Erdbeben vom 22. Februar 2011 und erinnern sich an Bilder der im Zentrum stehenden Kathedrale, deren Glockenturm halb eingestürzt war.

Was vielen vielleicht nicht bewusst ist (inklusive mir), ist dass es sich bei diesem Erdbeben um ein Nachbeben des Darfield Erdbebens vom 4. September 2010 handelte. Jedenfalls wurde dies von den Geologen so eingestuft. Dieses erste grosse Erdbeben ereignete sich in der Nacht, hatte eine Stärke von 7.1 Mw, war 40 Kilometer vom Zentrum entfernt, richtete zwar grosse Schäden an, es wurden jedoch „nur“ 2 Menschen verletzt.
Viel folgenschwerer und medienwirksamer war dann eben das Nachbeben vom Februar 2011, mit einer Stärke von 6.3 Mw. Dieses ereignete sich um 12:51 Uhr, wobei die Leute sich in der Stadt befanden und arbeiteten und so zu 185 Toten und ca. 5900 Verletzten führte. Zudem lag das Epizentrum nur gerade 9 Kilometer vom Zentrum entfernt und ereignete sich auch deutlich näher an der Oberfläche als das Hauptbeben.
Es folgten weitere starke Nachbeben: 13. Juni 2011 6.4 Mw, 23. Dezember 2011 6.0 Mw.
In nur gerade knapp 2 Wochen zogen mehr als 70‘000 Bewohner weg und die Stadt verlor damit 1/5 seiner Bevölkerung.

Bei meinem ersten Besuch 4 Jahre nach den Erdbeben konnte man die Zerstörungen noch sehr deutlich sehen. Es gab noch sehr viele Hausruinen, vereinzelt leere oder leergeräumte Blocks, gesperrte Strassen, eingezäunte Häuser. Die noch stehenden Häuser hatten Risse in den Mauern, ganze Glasfronten lagen offen oder waren mit Karton oder Billigen Holzplatten abgedeckt. Es kam mir vor, als wäre das Erdbeben erst ein paar Monate , aber sicher nicht schon 4 Jahre her.

Bei meinem jetzigen Besuch bekam ich sofort einen anderen Eindruck. Die Stadt ist wieder aufgebaut. Nur noch einzelne Parzellen sind nicht überbaut, jedoch meistens als gebührenpflichtige Parkplätze genutzt.

Es ist grüner, eine neue Fussgängerzone, das Schienen-Netz der historischen Tram ist mindestens doppelt so gross, es ist belebt, ein neues Stadion steht kurz vor der Eröffnung.
Nur das Wahrzeichen von Christchurch, die Kathedrale, ist noch wie vor 11 Jahren mit seitlichen Eisenstreben gestützt, eingepackt und eingezäunt. Sie soll aber wieder „geflickt“ und wieder genutzt werden. Das Geld sei vorhanden, es müsste jetzt nur noch mit der Arbeit begonnen werden.

Weil für heute 25. Dezember ab Mittag Regen angesagt war, blieb ich im Zentrum von Christchurch und besuchte den Botanischen Garten

Und dann der Rosengarten, mein eigentlicher Grund für den Besuch des Gartens

Hier nun ein paar Bilder aus dem Zentrum von Christchurch (über alle Tage meines Chch Aufenthalts)

Es ist halt Weihnachten

Meinem Fuss ging es langsam wieder besser, ich war aber immer noch auf Schmerzmittel / Endzündungshemmer und konnte noch keine definitiven Pläne für den weiteren Verlauf meiner Wanderschaft machen.
Trotzdem sollte ich mich mal um den Resupply kümmern. Beginnen wir mal mit neuen Schuhen.
Diese hatte ich ja bereits in Wellington gekauft und dann vom Geschäft in Queenstown nach Christchurch liefern lassen, weil ich ja bereits wusste, dass ich über die Feiertage in dieser Stadt sein werden würde. Und weil dies offenbar das letzte Paar Schuhe in meiner Grösse in Neuseeland war… ?

Das sind dann meine neuen Schuhe. Gleiche Marke, gleiches Modell, gleiche Grösse, andere Farbe. Leider nur schwarz. Nicht so Disco Daddy like.

Im Moment bleibe ich noch in den alten Schuhen, da ich das Gefühl hatte, dass meine Fussschmerzen nicht durch herunter gelatschte Trailrunner entstanden sind.

Das war dann mein Resupply auf der Lebensmittel Seite. 5 Tage und eine dehydrierte Malzeit in Reserve (nicht im Bild)

Was gehört ebenfalls zum Resupply? … Richtig das Material wieder in Ordnung bringen. Nach fast 3 Monaten in Gebrauch roch mein Quilt etwas streng. Zeit, diesen fachgerecht zu waschen und trocknen. Dazu habe ich extra ein Daunen Waschmittel in einem Outdoor Shop besorgt.
Das Waschen verlief meiner Meinung nach gut. Lediglich stellte ich fest, dass in der Waschmaschine verhältnismässig viele Daunenfedern in der Trommel blieben, nachdem ich den Quilt herausgenommen hatte. Ich wurde nachdenklich. War da ein Loch im Quilt? Tatsächlich! Nach kurzer Suche entdeckte ich einen Riss im Stoff.

So konnte ich den Quilt nicht in den Trockner tun, dann würden noch mehr Daunen aus dem Riss verloren gehen.
Nun denn, ich sammelte so viele Daunen wie möglich aus den Ecken der Waschmaschine und stopfte diese durch die vorhandene Öffnung wieder zurück in den Quilt.
Dann machte ich mich auf den Weg in ein Outdoor Geschäft, das glücklicherweise nur ca. 1 Kilometer von der Wäscherei entfernt war und kaufte dort ein Reparatur Klebeband für Nilon Stoffe.
Dann konnte ich den Quilt endlich in den Trockner legen. Nach 2 x 30 Minuten Schongang beim Trocknen sah der Quilt schon wieder ziemlich voluminös aus. Also packte ich Ihn wieder ein in den Trockensack.

Ich hatte eine Entscheidung gefällt. Ich würde die Richmond Ranges und auch die darauf folgenden Etappen vorerst überspringen und dann beim Lake Tekapo wieder einsteigen.
Die Hütten auf diesem übersprungenen Teil waren offenbar ziemlich ausgelastet. Zudem war das Wetter momentan in dieser Region nicht gerade wanderfreundlich, es regnete ziemlich viel.
Das hiess dann, dass ich meine InterCity Buchung zurück nach Havelock stornieren und auf eine Verbindung nach Tekapo umbuchen musste. Das machte ich auch. Allerdings waren sämtliche Verbindungen nach Tekapo bis am 2. Januar ausgebucht. Ich musste meinen Aufenthalt in Christchurch entsprechend verlängern.
Erstaunlicherweise konnte ich in Tekapo noch eine erschwingliche, aber deutlich überteuerte Unterkunft buchen.

Ich blieb im Christchurch im gleichen Hotel, jedoch machte ich ein Downgrade, da ich nicht mehr das gleiche Discount Angebot wie für den ersten gebuchten Aufenthalt erhielt.
Dann halt dieses sehr kompakte Zimmer

Kulinarisch blieb ich mir allerdings treu: Frühstück = Eggs Benedict. Hier eine Auswahl

Tja, diese Eggs Benedict kommen hier wirklich sehr unterschiedlich daher.

Ich habe mich fürs Abendessen durch meine üblichen Essensrichtungen „durch gegessen“, also Burger, Thai, italienisch, Chinesisch, McDonald’s, …Highlight war dann aber das Abendessen im Whiskey Fiddle Steakhous & Whiskey Lounge.

Ein halbes dutzend Austern mit einer Vinegrette 😋

Beef Eye Fillet 55-day aged

Cream Brulee (wie sie hier schreiben 😉) with Berry Compote and Biscotti

Auch ganz interessant ist der Riverside Market. Nicht ein Tages- oder Wochenmarkt im üblichen Sinn, sondern eher ein Markt an verschiedenen kleinen und Kleinst Restaurants. Natürlich kann man dann auch Kaffeebonen des gerade getrunkenen Kaffees kaufen. Oder der Thailänder bietet auch verschiedene Lebensmittel an zum Zuhause selber zuzubereiten. Hier ein paar Bilder

Und ich bin natürlich täglich zur Kirche gegangen. Das heisst ins Church Pub 😉.

So auch an Silvester.

Am Neujahrstag bin ich dann mit dem Bus endlich an die Küste gefahren. Nach New Brighton und zu seinem Peer

Vom Peer hinunter schauend, konnte man im Sand diese Glückwünsche lesen. Wie lange noch? Bis zur nächsten Flut. Und die war am kommen

Und mit wehendem Bart beende ich nun diesen Beitrag und wünsche ein frohes, glückliches und gesundes Neues Jahr! 🥂🎉🍾🎉🎊