Bridge to Nowhere

Km 1288 Distanz: 32.91 Km gepaddelt, Dauer: 4 Stunden 24 Minuten.

Zweiter Tag auf dem Whanganui River. Geschlafen habe ich ziemlich gut, würde ich sagen. Nach dem ersten Tag im Kanu war dieses mulmige Gefühl weg. Ich war mir sicher, dieses Abenteuer erfolgreich abschliessen zu können.

Wir würden heute etwas weniger Kilometer paddeln müssen als gestern. Zudem würden wir unterwegs anhalten und eine kurze Wanderung zur „Bridge to Nowhere“ machen.
Wettermässig soll es heute sonnig mit ein paar Wollen sein. Es würden erneut ein paar Stromschnellen auf uns warten, nichts spektakuläres diesbezüglich.

Hier ein kurzer Eindruck zur heutigen Kanufahrt und der Geräuschkulisse

Der Fluss war zeitweise so ruhig, dass Aurél sogar während der Kanufahrt aufstehen konnte um wieder einmal seinen Rücken zu strecken.

Nach ungefähr 20 Kilometer Kanu fahren und paddeln kamen wir in Mangapurua an. Von hier aus würden wir die kurze Wanderung zur Brücke starten.

Gute 2.5 Kilometer und ungefähr 40 Minuten soll es dauern bis zu der Brücke

Jedenfalls dachte ich, dass die nächsten Bilder von der Brücke kommen.
Doch dann passierte etwas, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe…

Mitten im Urwald auf dem Weg zur „Brücke ins Nirgendwo“ treffe ich auf ein bekanntes Gesicht: einen PCT Hiker von 2023 mit Trail Namen „Marmot Punch“.

So ein Zufall! Ich habe Ihn damals auf dem PCT 2 x getroffen. Das erste mal bei „Nitsy‘s Place“ wo er auf Ersatzteile für seinen Rucksack wartete. Dann nochmals 2 Tage später (er wollte wieder mit seiner Trail Familie aufschliessen und machte enorm viele Meilen an einem Tag) wo wir gemeinsam an einem Platz unsere Zelte aufschlugen. Siehe den folgenden Blog Beitrag von damals: https://meintrip.ch/1069/tag-23/

Er ist 4 Wochen hier in Neuseeland und macht eingeteilt vom Te Araroa mit dem Fahrrad.

Ich ging dann doch noch kurz zur Brücke, blieb aber nur kurz um mit Michael etwas länger plaudern zu können.

„Die Bridge to Nowhere (dt.: „Brücke nach Nirgendwo“) ist eine Betonbrücke, die den Mangapurua Stream überspannt, einen Seitenarm des Whanganui River im Whanganui-Nationalpark auf der Nordinsel von Neuseeland. Einst als Straßenbrücke angelegt, weist sie eine Betonfahrbahnbreite von etwa 3 Metern auf. Sie führt jedoch auf beiden Seiten ins „Nirgendwo“. Es gibt keine Straßen mehr, die diese Brücke mitten im Urwald des Whanganui-Nationalparks nutzen.
Sie ist eine Touristenattraktion, durch ihre abgelegene Lage vor Massentourismus geschützt. Für den Zugang gibt es zwei Möglichkeiten: per Boot (Jetboot oder Kanu/Kajak) den Whanganui stromaufwärts bis zur Mangapurua Landing und von dort auf einem Wanderweg nach 40 bis 45 Minuten zur Brücke. Alternativ ist sie auch komplett zu Fuß über einen Weg (rund drei Stunden) vom nächsten Straßenzugang her erreichbar.
Die Brücke über die tiefe Mangapurua Gorge (Maungapurua-Schlucht) sollte den Zugang zu einem Landgebiet unterstützen, das die neuseeländische Regierung 1917 angelegt hatte, um dort Soldaten anzusiedeln, die aus dem Ersten Weltkriegzurückkehrten.“

(Kopiert aus Wilipedia, abgefragt am 30..11.2025: https://de.wikipedia.org/wiki/Bridge_to_Nowhere_(Brücke))

Dann lief ich wieder zurück zur Landing. Übrigens dauerte ein Weg nur 20 Minuten um ihn zurückzulegen.
Die Brücke ist übrigens auch ein Teil von Te Araroa für diejenigen, die nicht mit dem Kanu über den Whanganui River fahren wollen. Von der Mangapurura Landing führt jedoch kein Fussweg / Fahrradweg mehr weiter. Ab hier muss der Teil bis Pipiriki per Jetboat bewältigt werden.

Bei der Landing sprachen Michael und ich fast eine ganze Stunde. Dann war es Zeit für mich um wieder aufzubrechen. Ich verabschiedete mich von Michael, wir würden über Social Media weiterhin in Kontakt bleiben.

Mittlerweile hatten sich viele Kanus hier eingefunden

Wir hatten noch etwas mehr als 10 Kilometer zu paddeln. Dann kamen wir beim unserem Camp für diese Nacht an: „Tíeke Marae/Kāinga Campsite“. Ein Platz der auch für Maori Zeremonien gebraucht wird.

Erst mal alles auslüften und trocknen, dann eine Kleinigkeit essen

Noch nicht Abendessen, aber nach dieser Paddelei ist man schon hungrig und Abendessen würde es erst in ca 3 Stunden geben, nach einem Maori Begrüssungswort Ritual zu dem wir alle eingeladen waren.

Um 17:00 Uhr versammelten wir uns vor dem „Marae“ Eingang für den „Pōwhiri“, dem Begrüssungs Ritual.

Den genauen Ablauf könnt ihr hier nachlesen: https://www.newzealand.com/de/feature/powhiri-maori-welcome/

Während dem Pōwhiri durften wir nicht filmen oder fotografieren, erst wieder beim sogenannten Maori Kuss oder „Hongi“

Jetzt bin ich also Cousin mit dem „Iwi“ oder Stamm der Whanganui River Maori und darf offiziell durch Neuseeland wandern!

Ich fühlte mich schon sehr geehrt, an diesem Ritual teilnehmen zu dürfen und hatte danach ein wenig Tränenwasser in den Augen…