Tag 17

PCT Meile 179.4, Höhe 8114 feet, 26.2 km gelaufen.

Eigentlich waren es heute 40.28 km die ich gelaufen bin. Oben in der Überschrift steht jeweils nur die auf dem PCT gelaufene Strecke. Wegstrecken zum oder vom PCT Weg oder zu Wasserstellen und zurück sind dort nicht eingerechnet.

Mein Zelt hat glücklicherweise dem Windsturm letzte Nacht standgehalten. Geschlafen habe ich nur wenig.

Wir sind um 04:00 Uhr aufgestanden. Wir hatten eine lange Wanderstrecke geplant (16.3 PCT Meilen) und wollten um 05:00 Uhr losgehen. Das haben wir auch so umgesetzt. Uns erwarteten insgesamt 1530 Meter Anstieg und 2027 Meter Abstieg. Wir wussten, dass es Baumstämme haben würde, über die wir klettern mussten. Und dass es Schneefelder zu überqueren galt.

Für das frühe Aufstehen wurden wir aber mit diesen wunderbaren Ausblicken belohnt:

Und er kommt noch näher, Mount San Jacinto.

Von nun an offiziell im San Jacinto National Forest

Apache Peak 2302 Meter hoch:

Jukebox und Dinky Di, ein wenig später auch Prince und Bless änderten ihre Pläne und sind noch vor Apache Peak ins Tal hinunter gestiegen und per Hitch zurück nach Idyllwild gefahren. Dort haben sie dann eine Cabin gemietet mit 3 Schlafzimmern und 8 Betten.


Zum Glück bin ich auf die beiden Kanadier Jean und Twospeed gestoßen, die ich bereits vor ein paar Tagen flüchtig kennengelernt habe. So musste ich nicht alleine über die steilen Schneefelder laufen müssen die ins noch bevor standen.

Das erste kleine Schneefeld, dass es zu überqueren galt. Zur Sicherheit haben wir die Crampons angezogen, weil es halt doch steil nach unten ging an dieser Stelle.

Auch ohne Schnee ging es stellenweise beinahe senkrecht nach unten. Also immer auf den Weg konzentrieren, stehen bleiben und erst dann in der Gegen herumschauen und die Aussicht genießen!

Und dann waren da die unzähligen Baumstämme, die über und auf dem Trail lagen und die es zu überwinden galt.

Ich übertreibe wirklich nicht. Es waren bestimmt mindestens 50 Baumstämme, eher mehr. Ich habe mit Zählen aufgehört nach über 30 Stück. Manchmal musste ich sogar meinen Rucksack ausziehen, um unter einem Stamm durch zu kriechen.

Manchmal lagen die Bäume auch längs auf dem Weg und wir mussten wie Seiltänzer über die Stämme balancieren.

Und dann befand ich mich plötzlich definitiv im Schnee. Die letzten 3,5 Meilen lief ich nur noch durch Schnee. Es hatte keine gefährliche und steile Abhänge mehr, die Microspikes habe ich trotzdem getragen, weil ich damit weniger zur Seite oder nach Hinten ausrutschte.

Der Schnee war an der Oberfläche sulzig und weich, geschätzte 1 bis 1.5 Meter dick. Hatte keine Probleme mit “postholing”, also dem Einbrechen in die Schneedecke bis auf Kniehohe oder mehr.

Hier bin ich durch eine bereits bestehende Rutschbahn auf meinem Hosenboden hinunter gerutscht. Machte Spaß und war eine willkommene Abwechslung.

So schön die Bilder auch aussehen, es ist wirklich sehr anstrengend mit einem 15 kg schwerem Rucksack durch Schnee einen Berg hoch zu steigen. Normalerweise reicht eine Stunde um mindestens 2 Meilen hoch zu steigen. Im Schnee dann nur noch 1 Meile pro Stunde. Auch abwärts auf Schnee geht es viel langsamer als ohne. Ich habe viel mehr Zeit gebraucht um bis “Saddle Junction” zu kommen von wo aus och wieder nach Idyllwild hinab stieg.

Warum wieder nach Idyllwild? Weil die Wetterprognose beginnend in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bis Freitag morgen einen Schneesturm ankündigte. Ich wollte nicht auf dem Berg zelten und einen Tag im Zelt verharren, weil ein weiterwandern im Sturm zu gefährlich wäre. Lieber 850 Meter absteigen, im Wissen, dass ich diese nach dem Sturm zuerst wieder aufsteigen muss, um auf dem PCT weiter gehen zu können.

Nach dem Abstieg von Saddle Junction über den “Devils Slide Trail” kam ich beim Trailhead an. Dort sah ich nur ein Auto stehen aber keinen Menschen. Mittlerweile war es schon 18:30 Uhr und ich habe mich schon damit abgefunden weitere 1.5 Stunden nach Idyllwild hinunter laufen zu müssen. Nach 3 Minuten auf dem Trail nach dem Parkplatz begegnete mir eine ältere Frau. Wir grüßten uns und sie fragte mich wie es mir gehe. Ich antwortete es gehe mir gut, ich sei halt mittlerweile ziemlich müde. Sogleich bot sie mir an, mich nach Idyllwild zu fahren. Sie habe Ihr Auto gleich oben auf dem Parkplatz beim Trailhead.

Maggie fuhr mich dann in den Ort und ich kam gerade rechtzeitig zum Abendessen in der Cabin der “Five Amigos” an. Ich war so dankbar für diesen Fahrdienst!
Es ist halt wirklich wahr: “The Trail provides!”