Km 1133.5, Distanz: 16.94 Km gewandert, Dauer: 4 Stunden 1 Minuten.
Ich wurde durch wunderbares Vogelgezwitscher um 5:30 Uhr geweckt.
Schnell war alles gepackt und ich machte mich auf den Weg.
Es war 6:30 Uhr. Der Weg war heute teilweise sehr überwachsen und in den Senken hatte es jeweils eine Pfütze. Mit meinen neuen Schuhen wollte ich nicht gleich direkt durch Wasser und Schlamm laufen. Also suchte ich jeweils einen Weg darum herum.
Das bedeutete aber auch, dass ich nicht so schnell wie üblich voran kam und deutlich länger brauchte um einen Kilometer zurück zu legen.
Ich war froh, dass wir gestern mehr Kilometer gelaufen sind als ursprünglich geplant. Wenn das mit diesen Weg-Verhältnissen so weiter geht, würde ich für die für heute geplante Strecke von 17 Kilometer vermutlich gleich lange brauchen wie gestern für 25 Kilometer.


Und es ging weiter mit diesem sehr anstrengende Teil unserer Wanderung.



Dann kam eine etwas grössere Flussdurchquerung. Zuerst dachte ich, es sei nur ein schmaler Fluss und ich könnte von Stein zu Stein gehen und keine nassen Füsse kriegen.

Dann merkte ich, dass ich ja erst auf einer kleinen Insel in einem viel grösseren Bachbett war. Ich würde also definitiv nasse Füsse kriegen.
Gerade als ich den Fluss durchqueren wollte kam Adrian dazu. Ich war also nicht alleine. Im Video seht ihr Adrian bei seiner Querung. Ungefähr so hat es auch bei mir ausgesehen.
Mit nassen Schuhen und Füssen ging es dann wieder steil den Hang hinauf.


Die letzten 6.5 Kilometer laufen von heute, waren dann wieder entlang einer asphaltierten Strasse. Ich versuchte mehrmals einen Hitch zu bekommen, doch ich hatte kein Glück. Nun ja, es war ja noch früh und ich hatte viel Zeit, den Holiday Park zu erreichen.

Ungefähr 10:30 war ich dann bereits beim Holiday Park angekommen. Das Office ist jedoch nur von 8:30 – 10:00 und von 14:00 – 18:00 Uhr besetzt.
Adrian war bereits vor mir dort eingetroffen aber auch zu spät um einchecken zu können. Dann warten wir halt jetzt 3.5 Stunden. Wenigstens hat es zwei Stühle und sogar eine Steckdose zum Handy laden.
Um 11:00 Uhr erschien dann ein Mann aus einem Tor im Bretterzaun und fragte freundlich was wir hier wollten. Ich sagte, wir warten um einchecken zu können. Dann sagte er, wir sollen hereinkommen und es uns gemütlich machen. Die Küche sei bereits geöffnet, nur die WCs und Duschen müssten noch fertig gereinigt werden, das sei dann in ca 30 Minuten so weit. Dann wollte er noch wissen ob wir TA Hiker sind und ob wir Zelten (25.—) oder eine Cabine (60.— einzeln, 80.— Doppelbelegung) wollten. Ich entschied mich für eine Cabine, da es sehr nach Regen aussah.



Ich bezog mein Zimmer. Nach dem Mittag kam zu meinem Erstaunen doch noch die Sonne heraus und ich baute mein Zelt zum trocknen auf. Dieses war in der letzten Nacht durch die Kondensation und die höhere Luftfeuchtigkeit unseres Campingplatzes in der Nähe des Flusses ziemlich nass. Auch alle anderen Sachen (Schlafsack, Schuhe, Socken, etc… ) liess ich in der Sonne trocknen.


Nun zur Tongariro Crossing. Bei einer so langen Wanderung wie Te Araroa ändern sich die Pläne manchmal innerhalb weniger Tage, manchmal sogar innert wenigen Stunden.
Bis heute Morgen ging ich davon aus, die Crossing machen zu können. Dies, nachdem ich mich zuvor wegen den Waldbränden schon davon verabschiedet hatte. Dann kam die Nachricht, die Crossing wird ab Dienstag 18. November wieder geöffnet. Zusammen mit der Kanuvermietung erstellten wir einen Plan, wie unser Hike weiter gehen würde. Darum sind wir ja gestern und heute hierhin gewandert, um morgen über diesen Vulkan steigen zu können. So würden wir rechtzeitig beim Whanganui River sein für unseren Kanu Trip.
Der Wetterbericht für die kommenden zwei Tage sieht nun aber sehr schlecht aus. Regen, Wind mit Böen über 70 Km/h und eine Sichtweite von maximal 20 Metern würden uns auf dem Weg zum Vulkan erwarten. Es würden auch keine Shuttle Busse zum Trailhead fahren und die geführten Touren sind ebenfalls abgesagt. Für mindestens 2 Tage.
Also doch keine Tangariro Crossing. Man soll immer auf die Einheimischen hören. Diese wissen am besten was möglich und was nicht möglich ist.
Wir konnten jedoch nicht 2 Tage hier warten bis eine Überquerung möglich wäre, da wir für unsere Kanufahrt bereits ein fixes Datum gebucht hatten.
Shit happens. Ein anderer Plan musste gefunden werden. Ganz einfach…