Mittlerweile sind viele Materialentscheidungen gefallen. So habe ich mich doch noch entschieden, neben meinem Regenponcho und Regenkilt eine Regenjacke und einen Hiking Schirm mit zu nehmen. Damit kommt mein Baseweight zwar auf ziemlich genau 8kg, aber nicht mehr. Vor zwei Jahren auf dem PCT war es nötig einen Eispickel und Microspikes dabei zu haben um für das Wandern auf Schnee gerüstet zu sein. Auf Te Araroa wird die Challange der Regen sein. Also lohnt es sich bestimmt, für verschiedene Formen von ausfallender Luftfeuchtigkeit gerüstet zu sein.

Der Schirm ist mit einer silbernen Aussenschicht und einer schwarzen Innenschicht bezogen. Dadurch schützt er nicht nur vor Regen, sondern hat damit auch einem Sonnenschutz von UPF 50+ gegen gleissende Hitze, womit sogar eine einige Grad kühlere Wanderschaft ermöglicht werden soll. Er hat geöffnet einen Durchmesser von 98cm. Zusammengefaltet ist er nur 25cm lang, dies, bei einem Gewicht von nur 200g. Und wenn es nur leicht nieselt, muss ich nicht gleich in die volle Regenmontur schlüpfen. Hingegen werde ich froh sein, bei strömendem Regen mit meinem Poncho auch meinen Rucksack bedeckt zu haben, auch wenn sein Inhalt durch den Packliner eigentlich wasserdicht verpackt sein sollte. Die Regenjacke soll dann als Doppelfunktion auch ein zuverlässiger Windschutz sein, für Neuseeland nicht ganz unbedeutend.
Neuseeland hat auch sehr strenge Regeln bezüglich biologischer Sicherheit. Sämtliches Outdoor Material muss bei der Einreise deklariert werden. Also Zelt, Rucksack, Wanderstöcke, Schuhe und so weiter. Das wird dann nach der Einwanderungskontrolle (Pass/Visum) nochmals kontrolliert und inspiziert. Es soll sichergestellt werden, dass keine fremde Erde, Pflanzenteile oder Tiere nach Neuseeland eingeschleppt werden. Sämtliche Taschen und Koffer werden nochmals gescannt. Wird bei dieser Kontrolle etwas entdeckt, das nicht deklariert wurde, drohen empfindliche Bussen ab mindestens 400NZ$ bis zu 100‘000NZ$. Also immer alles deklarieren. Besser Zuviel als Zuwenig.
Für mich heisst dies, meine Ausrüstung muss sauber sein. Schuhe und Wanderstöcke sind neu, also sauber. Einige Outdoor Ausrüstungen habe ich aber schon mehrmals gebraucht, diese muss ich säubern. Hier als Beispiel die Reinigung meines Zeltes:

Mein Zelt habe ich Innen und Aussen 2 x mit Seifenwasser gewaschen und mit dem Gartenschlauch abgesprüht.

Hier trocknet mein Zelt in der Sonne.
Einen Vorteil dieser Reinigung muss ich aber schon noch erwähnen: Ich habe in der Zelt Bodenwanne zwei kleine Löcher gefunden. Diese habe ich mittlerweile flicken können, der Zeltboden sollte jetzt wieder wasserdicht sein.
Was ich in die Waschmaschine packen konnte, habe ich so gewaschen. Nicht nur den Schlafsack (oder bessergesat Quilt), nein auch meinen Rucksack und die Bauchtasche. Nach dem Waschen und Trocknen habe ich die Gegenstände erneut inspiziert. Leider hatte es immer noch verschiedene biologische Rückstände…

… vor allem Tannennadeln, kleine Holzsplitter und Grassamen haben sich in der Mesch-Polsterung des Rucksacks und meiner Bauchtasche verfangen. Diese habe ich mit viel Geduld und viel Zeit mit einer Pinzette herausgefischt. Für die Plastik Schnallen empfehle ich hingegen Interdentalbürsten. Damit holt man den letzten Staub und Dreck aus den kleinsten Ecken und Spalten.
Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass meine ganze Ausrüstung die Kontrolle am Flughafen ohne weiteres besteht und ich mit sämtlichem Material in Neuseeland einreisen kann.
Aktuell bin ich gerade daran, sämtliches Material nach Thema sortiert auf dem Boden auszulegen. Auf diese Weise ist es einfacher, sich einen Überblick zu verschaffen, ob ich wirklich an alles gedacht habe, oder ob ich noch auf etwas verzichten kann… ? Hier der Zwischenstand:

Wie gesagt, das ist ein Zwischenstand. Der Ditty-Bag und der First Aid-Bag müssen noch ergänzt und organisiert werden. Ansonsten bin ich bereits sehr weit mit meinen Vorbereitungen.
Noch 5 Wochen bis zur Abreise….